Die erste Etappe unserer Reise liegt hinter uns. Wir sind aklimatisiert. Mehr als wir wollen – Thailand soll etwas angenehmer temperiert sein. Das lässt hoffen. Der erste asiatische Tropenschauer hat uns durchnässt, das erste Meerwasser unsere Füße umspült, der erste Sonnenbrand „ziert“ unsere Haut. Und die ersten Kontakte sind geknüpft, Gedanken gesammelt und fokussiert. Nun geht es weiter. Wenn man so will, geht es jetzt so richtig los.
Die letzten Tage waren angenehm, hier und da war mir die Luft zu stickig und die Stadt zu voll. Aber wir sind in Asien, da gehört das wohl oder übel dazu. Gestern hat uns ein deutsches Ehepaar von der OMF-Zentrale mit in den Gottesdienst genommen. Der Raum erinnerte mich irgendwie an einen Uni-Vorlesungssaal, zum Abendmahl wurden die etwa 400 Besucher von zahlreichen Ordnern mithilfe von Absperrungen zu sechs verschiedenen Stellen im Raum geleitet, damit nur kein Stau entsteht. Alles perfekt durchgeplant. Wir sind ja in Singapur. Nichtsdestotrotz – alles Äußerlichkeiten. Der Gottesdienst war gut und inspirierend, wenngleich auch auf Englisch.
Weihnachten steht vor der Tür. Jesus kam auf diese Welt und Jesus wird wieder kommen. Er hat uns den Auftrag gegeben, Liebe in diese Welt zu tragen, zu unseren Nächsten. Und das sind nicht immer nur jene, die uns wohlgesonnen sind und nahestehen.
„Love your neighbour. It’s not an option, it’s not a choice. It’s a must.“
Weihnachten fernab von Schneegestöber, Heimelichkeit, von Räuchermännchen, Stollen und Kerzenlicht. Weihnachten in von Klimaanlagen auf 23°C heruntergekühlten Räumen, mit brummendem Ventilator, tropischen Gewitterstürmen, Palmen und Kolibris vor dem Fenster. Gewöhnungsbedürftig. Aber es gilt hier wie da – oh come, let us adore Him. Lasst uns anbeten.
Wir lassen die Stadt, die niemals schläft, die Stadt der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, die wohl sauberste Stadt der Welt morgen hinter uns. Um 15 Uhr Ortszeit (8 Uhr morgens in Deutschland) geht unser Flieger nach Bangkok. Ihr könnt gern für einen guten Flug beten, das mulmige Gefühl in meiner Magengegend hat sich noch nicht ganz verabschiedet. Aber ich bin guter Dinge, dass es mich bald in Ruhe lässt.
Es geht nach Bangkok und anschließend nach Nakhon Sawan, wo wir bis zum Wochenende mit einem asiatischen Team Weihnachtsprogramme in verschiedenen Schulen gestalten werden. Wir sind gespannt auf die gemeinsame Zeit, auf neue Erfahrungen, Bekanntschaften und Gedankenanstöße. Höchstwahrscheinlich werden wir nicht häufig ins Internet kommen. Ihr dürft also in freudiger Erwartung auf unser nächstes Lebenszeichen ausharren. 🙂
Herzliche Segensgrüße zum Advent. Bis bald!