Kategorien
Allgemein

Chiang Mai – Tourismus und Heiliger Abend

Hotel, Bar, kleines Hotel, Supermarkt, Andenkenshop, Massage, großes Hotel, Kneipe, Waschsalon, Souveniershop, Schneider, Tempel, Gästehaus, Kneipe, Restaurant, Reisetourenbüro, Restaurant, Bar, Bar, Bar, Hotel, Hotel, Hotel, Massage, Tempel…

So könnte man die Innenstadt von Chiang Mai mit wenigen Worten beschreiben. Die Stadt hat etwas über 100.000 Einwohner und liegt sehr schön zwischen den Bergen. Das Klima ist angenehm. Es könnte so schön sein, wenn es nicht die Touristen gäbe. In den letzten beiden Tagen waren wir mittendrin im Getummel. Rucksacktouristen als Paare oder in kleinen Gruppen, westliche Männer mit ihren asiatischen Frauen, ältere Ehepaare und viele ältere und alleinreisende Männer prägen das Stadtbild. Drei von vier entgegenkommenden Menschen gehören zu einer der Gruppen. Der Vierte sagt Sätze wie „You need Taxi?“, „Thai Massage?“, „I help you – cheap“, „come in – good food“ oder „hello?“ und gehört damit zu den Einheimischen, die um die Aufmerksamkeit und vor allem den Geldbeutel der anderen drei Passanten buhlen.

Mir ist es peinlich zu diesen Touristen zu gehören. Ok, wir sind nicht nur deshalb hier, aber wen interessiert es in dieser Stadt schon? Niemanden. Du bist einer von Vielen. Da unsere Unterkunft außerhalb des Stadtkerns in einer Seitenstraße liegt, genießen wir abends das Essen an der Straße zwischen den Thai. Hier fühle ich mich wirklich in Thailand. Hier zu sein schont meine Nerven und unseren Geldbeutel. Wie groß doch der Unterschied zur letzten Woche in Nakhon Sawan ist.

Nun ist er da, der Heilige Abend. Wir machen uns auf den kurzen Fußweg zum deutschen Gottesdienst. Ja, richtig gehört – wir gehen in den Gottesdienst der „Thai-Deutschen-Gemeinde“. Wir hatten schon vor unserer Reise gehört, dass es hier sowas gibt. Gefunden haben wir den Veranstaltungsort und die Uhrzeit schließlich aber erst im Internet. Hier fanden wir heraus, dass man sich in einem Hotel trifft. Es vergehen einige Minuten bis wir den Zugang zum Saal gefunden haben. Wir sind zwei von etwa 160 Deutschen und 20 Thailändischen Besuchern, die schließlich die mit weißen Hussen überzogenen Stühle im Veranstaltungsraum des 4-Sterne-Hotels füllen. Über Kopfhörer gibt es eine Übersetzung für die Einheimischen. Neben 4 Vortragsliedern begleitet die Opernsängerin auch die 5 deutschen Weihnachtslieder, Geigen spielen als Prä- und Postludium, die Weihnachtsgeschichte wird verlesen und eine Predigt des Pastors füllt das Programm. Alles ist perfekt durchgestylt, wie auch die meisten der Besucher. Das war ein echter deutscher Gottesdienst mitten in Thailand, gesponsort vom Hotel.

Auch hier ist der Unterschied zur letzten Woche in Nakhon Sawan deutlich zu erkennen. Der Lobpreis der Thai war unperfekt ehrlich, die Predigt war konfus evangelistisch, die Verlosung der Weihnachtsgeschenke war chaotisch von Herzen und die Gemeinschaft ungewohnt – eben thailändisch. Darf oder muss ich jetzt sagen, was ich schöner fand? Geht es überhaupt darum? Ich kann nur sagen, was mein Herz mehr berührt hat. Die Menschen in Nakohn Sawan haben mich beeindruckt.

Nach einem schönen Abendessen gab es dann unsere kleine Bescherung mit Dresdner Stollen und Schokomandeln. Wenn die Begleitumstände des Weihnachtsfestes mal ganz anders sind wird einem neu klar, was der Kern der Botschaft ist. Gott ist Mensch geworden. Er wird so wie wir sind und passt sich unserem Leben an, damit wir verstehen können, was ihm wichtig ist. Danke Gott!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert