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50 Prozent auf alles

Unser neustes Abenteuer startet in NRW. Genauer gesagt in Düsseldorf-Weeze. Dabei ist Düsseldorf ziemlich irreführend, denn sogar die Billigfluggesellschaft Ryanair muss darauf hinweisen, dass Weeze noch mal gut 80km von Düsseldorf entfernt ist. Der Airport Weeze ist quasi das Saarland unter den Flughäfen. Ziemlich klein, ziemlich unbedeutend aber ziemlich nützlich, wenn man günstig ins Warme fliegen will. Nach Eilat zum Beispiel. Genauer gesagt nach Eilat-Ovda. Ryanair muss auch hier darauf hinweisen, dass Ovda gut 80km von Eilat entfernt ist.

Aber was soll’s. Morgens singen die Lärchen über dem Flughafen Weeze, abends zirpt „exorbitantis summ“ am Roten Meer. Was will man mehr…

In Eilat bleiben wir gerade mal für eine Nacht und ein Frühstück, bevor wir „rüber machen“. Rüber nach Aquaba, zu Fuß über die israelisch-jordanische Grenze. Zwei Stunden haben wir für den Grenzübertritt eingeplant, nach knapp 50 Minuten sitzen wir in einem jordanischen Taxi zum Büro von Europcar. Und dann sitzen wir im Mietwagen, unterwegs auf leeren jordanischen Schnellstraßen auf der Suche nach unserem Hotel, irgendwo im Nirgendwo kurz vor der saudi-arabischen Grenze.

Wir sind mit dem sogenannten Jordanien-Pass hier, ein Angebot der Tourismusbehörde, um den lukrativen Tagestouren von Israel etwas Attraktives entgegenzusetzen. Denn verlockend ist es definitiv, einmal die Felsenstadt Petra, eins der neuen sieben Weltwunder, zu besuchen, wenn man schon mal in der Nähe ist. Das war auch unser Gedanke. Und an den Besuch in Petra hängen wir noch einen Schnorchel-Trip ins Rote Meer dran.

Petra ist eine Touristenhochburg. Die zweistündige Autofahrt mit dem Mietwagen ist unkompliziert (bis auf einen kurzen Polizeistopp, bei dem weder wir noch der Polizist so recht wusste, warum man jetzt kontrolliert…), zieht sich aber vor allem gegen Ende ziemlich in die Länge. Der Weg vom Besucherzentrum bis in die Felsenstadt zieht sich auch ganz schön und das Areal an sich ist noch mal enorm groß. Am Ende des Tages weiß man definitiv, was man gemacht hat…

Kamel vor dem Schatzhaus in Petra

Ganz Petra mutet an wie ein einziger großer Basar. Überall gibt es die gleichen touristischen Andenken zu kaufen, „today half price“ und natürlich (nicht) „everything one dinar“. Der Beduinen-Stamm, der den Wahnsinn organisiert, erinnert uns ein wenig an Captain Jack Sparrow und seine Crew aus „Fluch der Karibik“, nur dass sie nicht mit Schiffen über die Weltmeere segeln sondern wahlweise mit Pferden, Eseln oder Kamelen durch den Sand preschen, stets darauf bedacht, einen Touristen mit müden Füßen zu finden.

Zieht man all das Drumherum ab ist Petra das, wofür es weltberühmt wurde: Eine eindrucksvolle, Jahrtausende alte  Felsenstadt, mit fünfstöckigen aus dem Stein gemeißelten Grabmälern und Tempeln, mitten in einer wunderschönen Wüstenlandschaft.

Felsenstadt Petra

Überhaupt ist die Wüste alles andere als wüst und langweilig. Auf unserer Autofahrt durch Jordanien (und später auch durch Israel) ändert sie fast hinter jeder Kurve ihr Gesicht. Endlose Weite wird abgelöst von schroffen Gebirgszügen, tiefen Canyons oder verstreuten Steinmonumenten wahlweise in gelb, orange, rot oder braun. Und da es vor nicht allzu langer Zeit geregnet hat auch in grün.

Ganz ähnlich ist es auch mit der Unterwasserwelt. Die Riffe im Roten Meer sollen zu den schönsten der Welt gehören und in jedem Fall für uns zu den farbenfrohsten. Clown-, Rotfeuer und Kugelfische gehören für mich zu den Highlights der Unterwasserbeobachtungen. Aber leider macht die Korallenbleiche nicht vor Jordaniens Küste Halt.

Rotfeuerfisch im Roten Meer

Nach drei Nächten in Jordanien machen wir uns wieder auf den Weg zur Grenze. Es ist Freitag und alle Geschäfte schließen heute schon kurz nach dem Mittag. Da wir von verschiedenen Seiten gehört haben, dass der Grenzübertritt von Jordanien nach Israel viel länger dauert als andersherum, machen wir uns vier Stunden vor der Reservierungszeit des israelischen Mietwagens auf den Weg, denn wir wollen ungern zum Shabbat in Eilat stranden. Wobei stranden am Roten Meer eine ganz neue Bedeutung bekäme… Letztendlich sind wir – natürlich – zweieinhalb Stunden zu früh in Eilat. Zeit genug zum Mietwagen abholen, einkaufen und Wüste Negev durchqueren. Für einen kurzen Badestopp halten wir in Ein Bokek am (erschreckend ausgetrockneten) Toten Meer, bevor kurz darauf im Kibbuz Ein Gedi die Sonne hinter den Bergen versinkt. Shabbat Shalom!

Notiz an mich: Das nächste Mal sollte ich definitiv vermeiden, mich einen Tag vor einem Bad im Toten Meer beim Schnorcheln an den Korallen zu schneiden…

Ein bisschen Schweben im Toten Meer

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